Wie entstehen ätherische Öle?

Wie entstehen ätherische Öle?

Wann hast Du zuletzt an einer Blume geschnuppert? Was hier duftet, sind Essenzen: Hochkonzentrierte Verbindungen, die während der Photosynthese entstehen und sich in den Pflanzenteilen (Blüten, Blättern, Samen, Wurzeln oder der Rinde) anreichern. Dort schützen sie die Pflanze vor Viren, Pilzen sowie Bakterien oder locken Insekten zur Bestäubung an. 

Aus diesen Pflanzenteilen werden ätherische Öle gewonnen:

  • Blüten wie Rose, Jasmin etc. und dem blühenden Kraut wie Lavendel 
  • Blättern wie Eukalyptus bzw. dem ganzen Kraut wie Rosmarin etc. 
  • Wurzeln wie Narde und Vetiver 
  • Nadeln und Zweige wie Fichte, Kiefer oder Tanne 
  • Holz wie Rosenholz und Sandelholz 
  • Rinde wie Zimtrinde 
  • Harz aus Bäumen wie Weihrauch und Myrrhe 
  • Früchten wie Anis und Fenchel, Litsea Cubeba 
  • Beeren und beerenartigen Wacholderzapfen 
  • Vanilleschoten 
  • Samen wie Kakaobohnen und Muskatnuss 
  • Fruchtschalen wie Orange und Zitrone

Das Wort „ätherisch“ hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und lässt sich mit „Weite des Himmels“ oder „engelszart“ übersetzen – es weist bereits auf den fragilen und flüchtigen Charakter der duftenden Verbindungen hin. Deswegen können sie sich schnell in der Luft verteilen und ihren Geruch verströmen. 

Diese Verfahren werden für die Herstellung ätherischer Öle verwendet:

  • Expression: Kommt vor allem bei Zitrusfrüchten zum Einsatz – durch das Raspeln der Schalen öffnen sich die „Ölbehälter“. Das Öl wird ausgewaschen, zentrifugiert und gefiltert. Weil es hier keine hohen Temperaturen braucht, entsteht ein besonders natives Öl. 
  • Destillation: Das Pflanzenmaterial landet in einem speziellen Gefäss. Während Wasserdampf von unten nach oben strömt, nimmt er die hochflüchtigen Ölmoleküle auf und gibt sie bei der Kondensation wieder ab – sobald der Dampf durch die Kühlkammer läuft, bildet sich ätherisches Öl.
  • Lösungsmittelextraktion: Empfindliche Blüten wie Jasmin würden durch Hitze zerstört. Deswegen arbeiten Hersteller hier mit Extraktionsmitteln wie Hexan oder Ethanol. Diese nehmen die fettlöslichen Duftmoleküle auf und werden anschliessend bei niedrigen Temperaturen destilliert.
  • CO2-Extraktion: Wird CO2 erwärmt, nimmt es den „überkritischen Zustand“ an. In diesem ist es weder vollständig gasförmig noch vollständig flüssig – und verwandelt sich in ein hervorragendes Lösungsmittel. Es entzieht dem Pflanzenmaterial seine Ölmoleküle und verdampft beim Abkühlen. Übrig bleibt reines ätherisches Öl.  
  • Mazeration: In Oliven- oder Rapsöl eingelegt, geht das ätherische Öl der Aromapflanzen in dieses über – eine Methode, die auch zuhause gelingt: Das Pflanzenmaterial vollständig mit Öl bedecken, luftdicht schliessen und vier Wochen ziehen lassen.

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